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FAQ

FAQ

Wann kommt Wirtschaftsdramaturgie am besten zur Anwendung?

Sobald Sie innerhalb einer Organisation in Zusammenhang mit Ihrem Verantwortungsbereich Unbehagen verspüren – denn das ist ein erstes Alarmsignal, dass die Dinge nicht so laufen wie sie sollten. Auch anstrengende, schwierige Arbeit kann Spaß machen, wenn man versteht, wofür man tätig ist und wenn man sich als wertvollen Bestandteil einer Organisationsstruktur betrachtet. Sobald die Dinge beginnen aus dem Ruder zu laufen, ist es möglich, mit den Mitteln der Wirtschaftsdramaturgie zu analysieren und einzugreifen.


Kann man nicht einfach gerade heraus das kommunizieren was man will?

Jede Art von Bestandsaufnahme kann man so direkt kommunizieren wie nur möglich. Die Schwierigkeit beginnt erst, wenn man so absurde Appelle wie „Seid doch motiviert!“ oder „Habt Freude an der Arbeit!“ an sein Management oder an seine Basis richtet. Die gewünschte Zielemotion entsteht durch eine Leistung und nicht durch Information. Jeder Varietee Künstler weiß, wie man Staunen, Lachen oder Betroffenheit erzeugt. Die Künstlerin oder der Künstler kann nicht einfach einen Knopf drücken, er muss tatsächlich Leistung erbringen (überraschende Ideen, Virtuosität, etc. ). Unternehmen verabsäumen es oft, in diese Art von Leistungen zu investieren. Aber genau das zeigt einen verächtlichen Gestus gegenüber der Basis, den diese negativ aufnimmt.


Woher stammt der Begriff "Ginger Paradigm"?

Wir haben nach einem Ausdruck gesucht, der den Übergang von rein hierarchisch gedachten Systemen zu den komplexen Netzwerkstrukturen der Zukunft beschreibt und haben, mangels eines existierenden Begriffs, ein Wort kreiert.


Was ist unter dem Rhizom zu verstehen?

Die Metapher des Rhizoms wird im organisatorischen Kontext seit den 70er-Jahren verwendet. Wir bezeichnen damit den non-linearen Aspekt, der sich zunehmend in hierarchische Strukturen schleicht und nach einem geeigneten kybernetischen Instrumentarium verlangt. Das Rhizom ist der strukturelle Gegenentwurf zum Baum mit vielen komplexen Implikationen. Wir betonen damit das Systemische, das wir durch Konfliktdesign in den Griff bekommen gegenüber der linearen Kausalkette.


Was ist eine Conflict Map?

Die Conflict Map stammt ursprünglich aus der Theaterdramaturgie. Dort wird sie verwendet, um das oft verworrene Handlungsgeflecht auf der Bühne auf einen klaren Kern zu reduzieren und die Übersicht nicht zu verlieren. Wir haben festgestellt, dass sie sich auch im Wirtschaftsleben für eben diesen Zweck eignet, nämlich verworrene Sachverhalte auf das Wesentliche zu reduzieren und damit steuerbar zu machen. Jeder Konflikt hat zahllose Lesarten. Es ist die Aufgabe der Wirtschaftsdramaturgen, eine Lesart herauszudestillieren, auf die sich alle Beteiligten einigen können. Dargestellt wird diese Interpretation als Conflict Map. Sie dient als Grundlage für Konfliktlösungsmaßnahmen.


Was ist ein relationaler Gegenstand?

Wenn Sie Ihrer Freundin oder Ihrem Freund Blumen bringen, so ist das ein relationaler Gegenstand, der Ihre Beziehung zum Ausdruck bringt. Haben Sie teure Blumen gekauft, haben Sie Gänseblümchen am Straßenrand gepflückt? Stellt Ihre Freundin sie in eine Vase oder wandern sie gleich in den Müll? Gegenstände sind die Schnittstellen unserer sozialen Interaktionen. Hier wird das Abstraktum einer Beziehung konkret und angreifbar. Setzt man Gegenstände bewusst und gemäß Konfliktdesign ein, kann man Beziehungen nicht nur transparent machen, sondern sie auch umgestalten.


Wir veranstalten jedes Jahr tolle Mitarbeiterevents, dennoch ist die Stimmung im Betrieb schlecht. Was machen wir falsch?

Häufig gibt das Management die Verantwortung für ein Event an eine Agentur ab. Heraus kommt etwas sehr Unpersönliches. Ein Event dient nicht dazu, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu beschwichtigen, ruhig zu stellen oder gefügig zu machen. Ein Event demonstriert vor allem den Gestus des Managements gegenüber der Basis. Dabei wird offensichtlich, wie viel Intelligenz man seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zutraut. Wenn man sie zu bloßen Konsumenten degradiert, verstärkt man ihre Passivität. Schon bei der Planung sollten daher alle Ebenen des Unternehmens involviert werden.

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